Ihr habt Euch beim Kochen am offenen Feuer ein Loch ins Kleid gebrannt? Bei einer Feldschlacht oder einer Rauferei unter Saufbrüdern wurde Euch der Ärmel Eurer Tunika abgerissen? Beim Holz holen habt Ihr Euch die Hose zerissen?
Für die Menschen niederen Standes war die Kleidung damals sehr kostbar. Oftmals besaßen sie nur eine Hose, eine Tunika oder nur ein Kleid. Deshalb war es üblich, Beschädigtes zu flicken, anstatt es wegzuwerfen und etwas Neues zu nähen. Einfaches Beispiel hierfür ist der Mantel der Moorleiche von Dätgen, der mit 10 aufgesetzten Flicken "repariert" wurde.
Ein imposanter Fund eines geflickten Kleidungsstückes ist der Kittel von Bernuthsfeld. Von Karl Schlabow wurde er als eisenzeitlich eingestuft, mittlerweile ist man sich aber sicher, dass er karolingisch sein muss. Hier wurden 42 Flicken gezählt.
Beispiel:
Eine Thorsberghose, die auf der Rückseite an 3 Nahtstellen bereits gestopfte Löcher und eingerissenen Stoff aufweist.
Vorher:
Auf Wunsch des Kunden wurden die Löcher gestopft und außen auf die kaputten Stellen Flicken gesetzt.
Nachher:
Dieser Service gilt nicht nur für Bekleidung, die aus meiner Werkstatt kommt. Sprechen Sie mit mir über Ihr Missgeschick. Ich mache Ihnen gerne ein Angebot, wie ich es flicken kann.